Ein Spiel, das man "eigentlich" nicht erleben will, fand heute am Vogelheimer Lichtenhorst, einer geschätzten Sportanlage unweit des "Stadions an der Hafenstraße" von Drittligist Rot-Weiss Essen statt. Fußballerisch war die Partie intensiv, ansprechend und lange ausgeglichen. Doch vor allem ein grenzwertig agierender - offiziell "namenloser" - Heimoffizieller sorgte für viel zu viele Emotionen, die sich zeitweise auch auf die spärlich besetzten Ränge übertrugen.
Vor dem Anpfiff lagen die Gastgeber tabellarisch vor den Gelb-Schwarzen, es war ein Spiel auf Augenhöhe zu erwarten. Die Anfangsphase gehörte den Rot-Grünen, doch wirkliche Torchancen wurden nicht herausgespielt. Die Angriffsversuche der Homberger brachten ebenfalls nichts ein, erst eine gelb-rote Karte sorgte für Leben auf dem Platz. Leider für viel zu viel Leben, der sicher pfeifende Schiedsrichter aber managte die massive Rudelbildung richtig gut. Fünf Minuten später wurde der Stürmer der Gastgeber zentral bedient, setzte sich im Strafraum durch, umkurvte auch noch Keeper Lion Strasmann und traf aus extrem spitzem Winkel zum 1:0 und damit zum Halbzeitstand.
Trainer Michael von Zabiensky beriet sich zum Beginn der Halbzeitpause mit seinen Co-Trainern Koray Gümüsdag und Christian Jennes, in der Kabine fielen dann wohl die richtigen Worte. Die Homberger wurden stärker und Ömer Kursat köpfte eine Ecke von Kapitän Timo Chluba zum Ausgleich in die Maschen. Neun Minuten später lief Steffen Niklas auf das Tor der Gastgeber zu und wurde von einem Abwehrspieler zurückgerissen, es gab die rote Karte für den Vogelheimer und einen Freistoß für den VfB. Ömer Kursat nahm Maß und versenkte das runde Leder an der Mauer vorbei zum 1:2 flach ins linke Eck. Mit doppelter Überzahl sollte doch nichts mehr passieren - die VfB-Fans waren optimistisch. Doppelte Überzahl? Fünf Minuten später sah Vogelheims Abwehrchef auch noch gelb-rot - die nächste korrekte Entscheidung des Unparteiischen. Selbst in dreifacher Überzahl ließen sich die - jetzt deutlich leiser gecoachten - Gastgeber nicht hängen, die Gelb-Schwarzen brachten den knappen Sieg jedoch mit viel Einsatz und Leidenschaft gekonnt ins Ziel.
Den ersten Auswärtssieg haben die Homberger damit unter Dach und Fach gebracht, nach der Ferienpause kommt Spitzenreiter Rhenania Hamborn an den Rheindeich.
MvZ ( )
Fotos: pjg
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