Homberg, 24.09.2019
SV Rödinghausen - VfB Homberg 2:0 (1:0)

Mit dem Gastspiel bei Spitzenreiter SV Rödinghausen hatte Kellerkind VfB Homberg heute eine schier unlösbare Aufgabe vor der Brust, nach 90 Minuten hieß es im Häcker Wiehenstadion 2:0 (1:0). Das Ergebnis war ohne Frage verdient, aber die Gelb-Schwarzen zogen sich glänzend aus der Affäre und verlangten dem Tabellenführer alles ab. Die Punkte, die man zum Klassenerhalt braucht, muß man gegen andere Gegner holen. Überschattet wurde das Spiel von einer Hiobsbotschaft: Ahmad Jafari hat sich gegen die U23 des 1. FC Köln einen Kreuzbandriß zugezogen und ist damit der nächste "Langzeitausfall" - alles Gute, Ahmad.

Knapp 200 Kilometer Anreise lagen hinter den Hombergern, als Schiedsrichter Florian Exner den Anstoß freigab. Daß ausgerechnet das einzige Wochentagsspiel der gesamten Saison die weiteste Auswärtsfahrt mit sich brachte, war natürlich alles andere als optimal für den Aufsteiger. Man muß aber im gleichen Atemzug gerade dem SV Rödinghausen großen Respekt zollen: Fünfzehn von achtzehn Auswärtsspielen - nur Lotte, Verl und Lippstadt werden nach weniger als 100 Kilometern erreicht - sind "kleine Weltreisen", bis nach Bonn sind es gar 255 Kilometer...

Den Gästen fehlten weiterhin Ferdi Acar, Patrick Dertwinkel, Danny Rankl und Dennis Wibbe, dazu mußten der gelb-gesperrte Mike Koenders sowie Ahmad Jafari aussetzen. Auf der Bank saßen Keeper Robin Offhaus, Koray Kacinoglu - an einer seiner früheren Wirkungsstätten -, Nurettin Kayaoglu, Geburtstagskind Julien Rybacki, Can Serdar und Jeremiah Osei aus der zweiten Mannschaft, der siebte Bankplatz blieb leer. Thorsten Kogel - heute Kapitän -, Robin Urban und Markus Wolf gehörten zur Startelf. Die Gelb-Schwarzen begannen bei durchwachsenem Wetter weder müde noch geschlaucht - und das war auch gut so. Denn der SV Rödinghausen war vom Anfang an präsent und setzte die Homberger pausenlos unter Druck. Doch die beiden Viererketten agierten stark und verloren praktisch nicht die Ordnung, vorne versuchten die unglaublich lauffreudigen Pierre Nowitzki und Cagatay Kader für Entlastung zu sorgen, hinten wurden die Gastgeber immer wieder abgeblockt. Marvin Lorch schlug den Ball nach einer Ecke und nachfolgendem Kopfball von Felix Backszat von der Linie (16.), Colin Schmitt rettete gegen Lars Lokotsch (18.), Thorsten Kogel und Robin Urban waren gegen den über rechts durchgebrochenen Lokotsch mit vereinten Kraften zur Stelle (20.), Durim Berisha bremste Simon Engelmann (33.). So ging es bis zur Halbzeit weiter, lediglich Cagatay Kader sorgte mit einem Kopfball nach Freistoß von Colin Schmitt (23.) und einem guten Distanzschuß (34.) für Gefahr. Auch eine Staffette über Schmitt, Metin Kücükarslan und Justin Walker sowie eine von Markus Wolf eingeleitete Aktion sah vielversprechend aus, Pierre Nowitzki kam nach Anspiel von Walker gegen SVR-Keeper Niclas Heimann einen Schritt zu spät. Da stand es aber schon 1:0: Goalgetter Simon hatte nach einer Hereingabe von der linken Seite den zweimal abgeblockten Ball ins Tor befördert. Keeper Philipp Gutkowski, der einen Glanztag erwischt hatte, war chancenlos.

Nach dem Seitenwechsel zeigten sich zunächst die Homberger, die sich offensichtlich nicht in ihr Schicksal ergeben wollten. Eine Flanke von Thorsten Kogel führte zu einer Ecke, die Markus Wolf hereingab und nach der die Hausherren zweimal nur mit Mühe einen Einschlag verhindern konnten. Danach aber gab es wieder Chancen für Rödinghausen, die die Gäste mit Leidenschaft und Geschick vereiteln konnten. Philipp Gutkowski brachte die SVR-Offensive und das Publikum mit einem halben Dutzend Glanzparaden zur Verzweiflung, Robin Urban klärte eine Flanke von Engelmann artistisch - die Kollegen standen nicht nach. Auch daß vier Minuten vor dem Abpfiff des wie seine Assistenten guten Schiedsrichters Florian Exner das 2:0 fiel, tat dem guten Gesamteindruck keinen Abbruch: Die VfB-Verantwortlichen wie auch die Fans erkannten die bärenstarke Leistung des SV Rödinghausen an, waren aber auch beeindruckt vom Auftritt der Gelb-Schwarzen. Von Niedergeschlagenheit war nichts zu spüren, nur das VfB-Lazarett macht Sorgen. Für drei Minuten stand übrigens Jeremiah Osei auf dem Feld, der Goalgetter der zweiten Mannschaft schnupperte erstmals Regionalliga-Luft und sorgte mit einem guten Dribbling sogar einmal für Torgefahr.

Weiter geht es für den VfB Homberg am kommenden Samstag mit einem Heimspiel gegen die SG Wattenscheid 09.

VfB Homberg: Gutkowski - Schmitt, Urban, Berisha, Walker - Lorch (83. Rybacki), Kücükarslan, Kogel (83. Serdar), Wolf (88. Osei) - Nowitzki (79. Kacinoglu), Kader

Tore: 1:0 (37.) Engelmann, 2:0 (86.) Engelmann

Gelb-rote Karte: Langer (89. / Spielverzögerung)

Schiedsrichter: Florian Exner (SV Blau-Weiß Beelen)

Zuschauer: 832



Dann gönnen wir uns noch ein Wort zum "Ambiente": Das Häcker Wiehenstadion überzeugt bauseitig in jeglicher Hinsicht, die Stimmung war ebenso grandios wie das Catering, Sicherheits- und Thekenkräfte sowie alle anderen Helferinnen und Helfer waren überaus freundlich. Die lange Reise hat - abgesehen vom Jafari-Schock und dem Ergebnis - Spaß gemacht.


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PjG (871 )
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